Bestätigung nach ATV
DIN 18299/ Musterformular
zur „Bestätigung der Kampfmittelfreiheit“

Da bei jeder Art von Tiefbauarbeiten – wozu auch Gleis-, Straßen- und Tunnelbauarbeiten sowie Abriss- und Rückbauarbeiten, soweit sie „in die Tiefe gehen“, zählen – der Baugrund tangiert und damit die Gefahr eines Kampfmittelfundes gegeben ist, muss eine „Bestätigung“ zur Erfüllung der länderspezifischen Anforderungen zu Erkundungs- und Räumungsmaßnahmen bereits mit jeder Ausschreibung derartiger Bauarbeiten vorgelegt werden.

Dabei ist zu differenzieren: Bestehen keinerlei Anhaltspunkte für eine Kampfmittelbelastung, z.B. aufgrund der historischen Erkundung durch Rückfrage beim zuständigen Kampfmittelbeseitigungsdienst, der in einigen Bundesländern auch Kampfmittelräumdienst bezeichnet wird, so genügt die schriftliche Bestätigung durch den öffentlichen Auftraggeber selbst:
„Das Antreffen von Kampfmitteln ist nach Rückfrage beim zuständigen Kampfmittelbeseitigungsdienst nicht wahrscheinlich“. Denn dann besteht für eine qualifizierte Bestätigung „im Einzelfall“ kein Anlass.

Bestehen hingegen Anhaltspunkte, z.B. durch bekannte Bombardierungen im Gemeindegebiet, Bereiche von Gleisanlagen bzw. Straßen und Wasserstraßen oder ehemalige Rüstungsstandorte, dann muss die Bestätigung der Kampfmittelsuche von einer zugelassenen Kampfmittelbeseitigungs-/ räumfirma ausgestellt werden.

Ergänzende Praxishinweise:

Die Kampfmittelfreigabe darf nur durch die entsprechenden staatlichen Stellen bzw. zugelassene Fachfirmen/Ingenieurbüros erfolgen, nicht durch private Bauherren/Auftraggeber oder Planer/Steuerer!

Die Kampfmittelfreigabe ist in einen direkten Bezug zur geplanten Baumaßnahme zu stellen.
Hierzu sind u.a. folgende Angaben unverzichtbar:

  • Angaben zum betroffenen Baubereich (detaillierter Baulageplan, detaillierte Darstellung der geplanten Baumaßnahme bzgl. Eingriff in den Baugrund – Tiefenlage der Bauteile etc.)
  • Angaben zu den geplanten Bauverfahren (z.B. Einbringen von Spundwänden, Pfählen, Ankern, rammende/schlagende/vibrierende Bauverfahren)

Achtung: Enthält die Kampfmittelfreigabe Einschränkungen/Ausschlüsse (z.B. in Bereichen von Auffüllungen oder wenn die erforderliche Sondiertiefe nicht erreicht wurde) gilt die Freigabe zur Bauausführung – zumindest für diese Bereiche - als nicht gegeben. Der Bauherr/Auftraggeber muss in diesen Fällen weitere Untersuchungen und Aufklärung veranlassen, so dass eine Freigabe nach ATV DIN 18299 Abschnitt 0.1.17 VOB/C erfolgen kann.

Bezieht sich die Kampfmittelfreigabe lediglich auf einzelne Bereiche innerhalb des Baubereiches (z.B. Pfahlansatzpunkte, Spundwandtrasse, Kanal-/Leitungstrasse), so ist dies im Freigabeprotokoll eindeutig anzugeben. Vor Baubeginn ist die Aktualität/Gültigkeit dieser Teilfreigabe noch einmal verantwortlich zu prüfen!

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